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Liebes Tagebuch XI.

Heute hab ich gerade mal lächerliche 9 Velokilometer zurückgelegt – dafür jedoch ziemlich viele Autokilometer. Es ist jetzt Corona-bedingt fast 2 Monate her, dass ich bei meinen Eltern war, normalerweise sehen wir uns alle zwei, drei Wochen. Also hab ich heute kurzentschlossen einen Abstecher ins Emmental gemacht- auf einen 2m-Distanz-Plausch mit meinen Eltern auf der Terrasse. Unterwegs ist mir wieder einmal sehr deutlich bewusst geworden, warum ich normalerweise mit dem ÖV unterwegs bin… wie dem auch sei. Ich habe ausserdem:

  • unfassbar lange geschlafen – mein Tages- & Nachtrhythmus ist komplett aus den Fugen. Aber was solls, ich hab ja Ferien.
  • Von meinem Freund mit der Drohung „wenn du jetzt nicht aufstehst, mach ich dir ein Müesli!“ aus dem Bett gescheucht worden
  • Den Garten zum ersten Mal gewässert 
  • 3 Zimtschnecken gefrühstückt (was sollte ich auch tun, die mussten weg!)
  • Eine unfassbar lange Einkaufsliste geschrieben (muss ja bis nach Ostern reichen, nicht wahr)
  • Einen Biskuitteig gebacken und eine Mango in kleine Stücke geschnibbelt
  • Mit dem Auto eingekauft – einen ganzen Einkaufswagen voll.
  • Mich an der Kasse bisschen für den Warenberg geschämt, aber wie soll ich sagen, anders geht das nicht, wenn ich nur 1mal pro Woche einkaufe
  • 2 Kilo Mehl und 2 Hefewürfel mit in die Taschen gepackt – ich kann somit weiterbacken!
  • Zu Hause 5dl Vollrahm geschlagen
  • 5dl Vollrahm geschlagen
  • Immer noch den Vollrahm geschlagen
  • Überlegt, dass ich das nächste Mal eine solche Menge ev. Besser in 2 Portionen aufteile
  • Endlich den Rahm fertig geschlagen
  • Festgestellt, dass der Rahm mit dem Puderzucker und der Mango in erster Linie einfach süss und langweilig schmeckt
  • Saft von 1 Limette und 1 Passionsfrucht untergerührt
  • Geschmacklich zufrieden die Masse auf den Biskuitteig geschmiert
  • Beim Rollen der Roulade NATÜRLICH den Teig zerbrochen
  • Die Roulade so platziert, dass man auf dem Foto den gebrochenen Teil nicht sieht
  • Meinem Freund ein Stück Roulade serviert
  • Das Velokörbli gesucht
  • Es – vollgeschmiert mit eingetrocknetem Eigelb – in der Badewanne gefunden
  • Bisschen geflucht
  • Das Körbli geschrubbt
  • Emma die zwote mit dem Pömpel und einem Stück Roulade beladen
  • Meiner Jogging-Freundin beides vorbeigebracht
  • Das Brückebland behacht
  • Mich wieder einmal darüber gefreut, dass wir ausgerechnet hier gelandet sind
  • Zu Hause ein Brot geschmiert & verspiesen
  • Meinem Freund hoch und heilig versprochen, dass ich nicht die ganze restliche Roulade verschenken werde
  • Ein grosses Stück für ihn in den Kühlschrank gestellt
  • Joséphine, unser eingedelltes Auto, mit der restlichen Roulade beladen
  • Richtung Emmental gebrettert
  • Unterwegs wieder einmal ein mir völlig unverständliches Phänomen beobachtet: Die durchschnittlichen Schweizer Automobilist*innen fahren auf der Autobahn:
    • bei Höchstgeschwindigkeit 120km/h: Mit exakt 117km/h
    • bei Höchstgeschwindigkeit 100km/h: Mit exakt 115km/h
    • bei Höchstgeschwindigkeit 80km/h: Mit exakt 100km/h  
  • WICHTIG: Wenn mir irgendwer dieses Phänomen erklären kann, bitte tu es!! Ich rätsle seit Jahren, warum das so ist & wie ich es drehe und wende, ich erkenne darin einfach keinen Sinn!!
  • Ausserorts (Höchstgeschwindigkeit 80km/h) einen Velofahrer angetroffen, der nicht nur mitten auf der Strasse fuhr (???), sondern auch keine Anstalten machte, dies zu ändern. Als ich ihn schliesslich gefahrlos überholen konnte, sah ich auch den Grund: Er schrieb gerade eine SMS.
  • Mir kopfschüttelnd ins Gedächtnis gerufen, dass der alte Grundsatz „in jeder Gruppe Menschen gibt es einen bestimmten Prozentsatz an Idioten“ immer noch gilt.
  • Meinen Eltern ein grosses Stück Roulade ausgehändigt
  • Mit den beiden ein Stündchen geplaudert
  • Dabei die lokale Osterhasen-Gang bestaunt
  • Schliesslich wieder losgefahren
  • Weiteren Familienmitgliedern via Briefkasten bisschen Mango-Roulade vorbeigebracht
  • Spät zu Hause angekommen
  • Über aufkeimendes Hungergefühl gerätselt – realisiert, dass ich heute erst 3 Zimtschnecken, 1 Stück Roulade und 1 Stück Brot gegessen hatte
  • Mir ein Salätchen geschnibbelt und inhaliert
  • Auf der Terrasse den Mond bewundert
  • Den Garten zum zweiten Mal gewässert – es ist wirklich trocken zur Zeit.

Bis morgen!

Dein Änni

 

Biskuitteig – vor dem Backen.
Füllung: Rahm, Mango, Limettensaft und eine Passionsfrucht.
Die fertige Roulade. Optisch nicht der Bringer, geschmacklich aber nicht schlecht.
Emma die zwote samt geschrubbtem Körbli: Heute mit einer Pömpel-Rouladen-Kombi.
IST ES NICHT SCHÖN HIER??
So merkwürdig das aus meinem Mund auch klingen mag, aber ich möchte hier nie mehr weg.
Osterhasen bei einem Meeting im Emmental. Hm. Ob die das mit dem Social Distancing noch nicht mitgekriegt haben??
„Also, wir machen es so: Du hoppelst vor, und ich hoppel hinterher. Alles klar?!“ „Na gut.“
“Gell, Änni, bei uns ist es schön.“ „Ja, Mama. Vor allem, wenn man weiss, dass man wieder weg kann.“ „ÄNNI!!“
Paar Vitaminchen.

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