Lebenslage

Liebes Tagebuch.

  1. Liebes Tagebuch

In letzter Zeit hatte ich enorm viel um die Ohren, oder, wie man das neudeutsch nennt: Ich war extrem busy. (Dass „busy“ klingt wie das berndeutsche „Bisi“, „Pipi“ in der werten Hochsprache, irritiert mich übrigens nur ganz nebensächlich) Ich habe dich daher leider total vernachlässigt, ziemlich proportional zu meiner Augenbrauen-Pflege, würde ich sagen. Selbstverständlich bist du mir deutlich wichtiger (und es wird eh überbewertet, dass Augenbrauen das Gesichtsfeld nicht einschränken sollten), und darum widme ich meine geringe freie Zeit endlich wieder dir. Weil ich nicht so viel sehe nicht so viel Zeit habe, liste ich nur kurz die Höhenpunkte der letzten Woche auf, ok? Aber bald, bald sitzen wir wieder zusammen in ein kuschliges Café und quatschen über Jungs, versprochen!! Also, in der letzten Woche, da hab ich:

  • mit zwei Knirpsen das von mir erfundene preisverdächtige Spiel „Das vergessliche einbeinige Känguruh“ (c) gespielt.
  • zu klassischer Musik unter Anleitung einer Kreativ-Therapuetin und gemeinsam mit Mitarbeitenden ein ziemlich verstörendes Bild gemalt.
  • Einen übellaunigen Teenager zum Brotteig-Kneten verdonnert. Einfach so zum Spass Aus fundierten pädagogischen Gründen, natürlich.
  • Einen grauenhaften Alptraum um 2 Uhr früh solange mit Gummibärchen und Ingwertee bekämpft, bis ich grauenhafte Bauchschmerzen hatte wieder gelassen war.
  • Mit einer Gruppe Teenies eine Szene mit einem mürrischen Nikolaus und einem Schmutzli mit Magen-Darm-Problemen auf einem Klo gedreht (stell dir das bitte auch auditiv vor!).
  • Auf einem schlecht beleuchteten Bahnhof-Perron eine fliegende Übergabe eines Nikolaus-Kostüms getätigt.
  • Beim Öffnen der Tasche hyperventiliert festgestellt, dass dieses Kleid plus Bart und Perücke quasi den Gestank von einer ganzen Generation Eseln über die Jahre hinweg potenziert hat nach Weihnachten duften.
  • Einen abartig stinkenden sehr authentischen Nikolaus-Bart samt Perücke von Hand ausgewaschen und dabei fast gekotzt.
  • Im Internet recherchiert, wie warm man Nikolaus-Gewänder so waschen darf.
  • Einen total peinlichen hippen Teenie-Klamotten-Laden betreten und angesichts der dargebotenen Ware minutenlang debil gekichert gestaunt.
  • Eine richtig trashige fesche Gangster-Kette mit obligatem $-Emblem erstanden.
  • Beim Kauf von grenzdebilen originellen Ohrringen mit integriertem Traumfänger eine Gesichtsmaske „Totes Meer“ geschenkt bekommen.
  • Für meine beängstigende realistische Darstellung einer Esoterikerin in einem Theaterstück die anwesenden Teenager in ein Lachflash versetzt beeindruckt.

 

Ja, liebes Tagebuch, das war eine aufregende Woche. Jetzt muss ich leider weiter, den Bart des Nikolaus parfümieren.

Rosarote Grüsschen und drei schmatzige Küsschen,

Änni

 

P.S.: Guck mal, ich hab sogar zwei Fotos für dich gemacht:

 

Blingbling

Blingbling

 

 

Nikolaus

Bye, bye, Eselgestank.

 

 

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2 Kommentare

  • Antworten
    Die liebe Nessy
    11. November 2014 bei 10:44

    Hehe. Mit großen Amusement gelesen.

    • Antworten
      Änni
      13. November 2014 bei 21:54

      Danke sehr, das erfüllt mich mit Stolz!

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