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Der Beginn des Waffel-Zeitalters.

Es ist soweit, liebe Leserschaft: Wir schreiben gerade Geschichte!! Hier und jetzt, an diesem virtuellen Ort, gehen wundersame Dinge vor sich, zu Ehren derer sich spätere Generationen pompösen Fesitivitäten hingeben werden: Nach dem Zeitalter der Maya-Prophezeiungen und dem Ablauf des sagenumwobenen 13. Baktun, liebe Leserschaft, bricht nun endlich eine neue Ära an: Das Waffel-Zeitalter.

Wie kann das sein, wird sich das aufmerksame Publikum fragen, Waffeln sind doch nichts neues, nein, Waffeln beglücken die Menschheit mindestens schon seit der Erfindung des Waffeleisens, was soll das also, diese Ankündigung, dieser erneute Anflug euphorischen Grössenwahns?

Nun denn, werte Genossinnen und Genossen, lasset es mich euch erklären.

Waffeln traten relativ spät in mein Leben, und, weit verheerender, ich trat relativ spät in das Leben der Waffeln. Jedenfalls gab es in meiner Kindheit keine Waffeln, sondern „Brätzeli„. Nun weiss ich nicht, ob das an meiner Staatsangehörigkeit liegt (eine nationale Studie zur Erhebung der Waffel-Affinität schweizerischer Haushalte ist mein nächstes wissenschaftliches Projekt) oder ob dies einfach in den kulinarischen Vorlieben meiner bäuerlichen Grossfamilie begründet liegt, jedenfalls, mit den „Brätzeli“, diese staubtrockenen, ewig haltbaren Chrömi, die man tiiiief ins Kafi-Chacheli eintunken musste, um dem drohenden Erstickungstod zu entgehen, konnte ich mich in sämtlichen 35 Lebensjahren nie anfreunden. Und „Waffeln“ im eigentlichen Sinne lernte ich erst als Teenager auf irgendwelchen Jahrmärkten kennen, als exotisches Gut, von dem ich nie im Leben erhofft hätte, es je selbst herzustellen.

Aber spulen wir ein bisschen vor, ins Hier und Jetzt: Nach heftigen inneren Kämpfen, ob ich mich tatsächlich dem verwegenen Luxus eines eigenen Waffeleisen hingeben oder ob mich doch der Vernunft beugen soll, die mir eindeutig einflüsterte, dass wir bereits viel zu viele Küchengeräte im Schrank stehen haben, erfolgte ein wahrer Pro-Waffel-Storm auf Social Media (selbstverständlich trug ich mein inneres Dilemma öffentlich aus, was denkt ihr denn!!). Wie immer fällte ich meine persönliche Entscheidung aufgrund wildfremder Meinungen, im besten Sinne der Basisdemokratie, die Mehrheit hat schliesslich immer Recht, sagte ich mir, und so bestellte ich mir tatsächlich ein Waffeleisen, das erste Waffeleisen meines Lebens.

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Der neue Star in meiner Küche! Oder so.

Da stand es also vor mir, verheissungsvoll und exotisch, und während ich mir bei der ausgewiesenen Waffelexpertin Frau Nessy das Rezept für Hauswaffeln besorgte, wurde mir plötzlich schlagartig bewusst, dass ich ob der ganzen Waffel-Euphorie einen entscheidenden Fakt verdrängt hatte: Es war nicht nur das erste Waffeleisen meines Lebens, das da vor mir stand, nein, es war auch das erste Mal in meinem Leben, dass ich ein solches Eisen bedienen wollte. Heilige Scheisse!! Aber, ey, so leicht lasse ICH mich ja von niemandem ins Bockhorn jagen, sagte ich mir, warum dann von einem Waffeleisen! Schliesslich gibt es ja immer noch das Internet, und das Internet weiss bekanntlich alles. Auf der berühmt-berüchtigten Plattform Chefkoch fand ich dann auch flugs ein Video, in dem eine penetrant manisch grinsende Blondine vor sich hinwaffelt. Ich kombinierte also die Tipps der Blondine mit dem Rezept der geschätzten Nessy, und dann, dann waffelte ich, als ob es kein Morgen gäbe. Aber genug der Worte, lasset Bilder sprechen.

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Mein erster Waffelteig. Die Anleitung, gemixt aus Nessys Rezept und dem Chefkoch-Video, findest du weiter unten.

 

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Die erste Waffel. Irgendwie bisschen abgefräst und blass. Zu wenig Teig im Eisen.

 

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Also grosszügig etwas mehr Teig reinschütten, was?! (Die zweite Waffel.)

 

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Die zweite Waffel. Zum guten Glück stand in der Betriebsanleitung des Eisens, dass man die ersten zwei Waffeln „aus hygienischen Gründen“ eh wegschmeissen soll.

 

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Die dritte Waffel. Ha, ich lerne schnell, was?!

 

 

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Die vierte Waffel. Ja, ich habs echt drauf!!

 

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Waffel, Waffel, Waffel. Nein, ich habe keinen an der Waffel!!

 

Waffeln à la Nessy

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Reicht für: 10 Waffeln Zubereitungszeit: 1 Stunde

Zutaten

  • 125g weiche Butter
  • 80g Zucker
  • 1 Pack Vanillezucker
  • 3 Eier
  • 1 Prise Salz
  • 250g Mehl
  • Etwas Mineralwasser (Kohlensäure)
  • 250g Milch

Zubereitung

1

Butter, Zucker und Vanillezucker schaumig schlagen.

2

Die Eier soll man laut Blondine einzeln unterrühren.

3

Das Mehl mit dem Salz und dem Backpulver vermengen.

4

Dann abwechseln die Mehlmischung und die Milch und dazwischen mal einen Schluck Mineralwasser in den Teig rühren. Die Blondine schwört darauf, dass das den Teig besonders fluffig macht - ich habs ihr jetzt einfach mal geglaubt.

5

Den Teig etwa 20 Minuten aufgehen lassen.

6

Danach: An das Waffeleisen, fertig.... LOS!

7

Die fertigen Waffeln auf einem Gitter auskühlen lassen.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Nessy
    29. Januar 2018 bei 20:37

    Das ist ein hervorragendes Waffelergebnis, sogar schon bei der ersten Waffeln. Ich bin geflasht. Normalerweise ist die erste Waffel Halbschrott, da muss an sich erstmal einwaffeln. Dass es überläuft, ist übrigens sehr wichtig. Sonst hat man ja nix zum Probieren.

    • Antworten
      Änni
      30. Januar 2018 bei 00:38

      Vielen Dank, welche Ehre! 😉 ich freue mich auf viele, viele leckere Waffeln mit allen möglichen Beilagen und zunehmende Erfahrung in diesem Business.

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