Lebenslage/ Wohnsituation

Auf zu neuen Ufern.

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Es ist soweit: Wir haben unsere 7 Millionen Sachen gepackt und unsere Wohnung in Winzighausen, die Laube, das Loch, Schimmi, die mäusedreckverzierte Waschküche und das rohrfressende Monster unter uns (nein, damit meine ich nicht unsere Vermieterin) tatsächlich hinter uns gelassen – grösstenteils, versteht sich, denn geputzt und abgegeben haben wir unsere Luxusbude da noch nicht.

Wahnsinn. Eine Ära geht damit zu Ende. Fast fünfeinhalb Jahre haben wir da gewohnt, als „Übergangslösung“, die sich irgendwie in die Länge gezogen hatte. Jeden Winter verfluchte ich die Bude, denn sobald 0 Grad erreicht waren draussen, waren es drinnen noch deren 16, bei Minusgraden draussen waren es noch 14. Den absoluten Tiefpunkt, im wahrsten Sinne des Wortes, erreichten wir im ersten Winter: -18 Grad waren es damals draussen, und drinnen dann noch deren 12. Und es war ja nicht so, dass wir nicht heizten, nein, die Heizkörper liefen immer auf Nundenpiepen, vermochten die quasi inexistente Isolation, die geradezu lachhaften Fenster und die miese Heizleistung jedoch nicht mal annähernd wett machen.

Aber jedes Jahr, wenn das Schlimmste hinter uns lag, wir wieder um die 17 oder 18 Grad hatten und die Laube zu neuem Leben erwachte, konnte ich mich wieder irgendwie mit dieser Bude arrangieren. Ausserdem: Wir fanden halt nicht, was wir suchten, denn ja, seit etwa 4 Jahren suchen wir durchaus eine neue Wohnung. Bei unserem bescheidenem Budget und unseren Ansprüchen (in erster Linie: EG, wegen Mikesch, Garten, wegen mir, Standort wegen ÖV auf etwa vier Ortschaften beschränkt) fand sich einfach nichts, wofür wir bereit waren, uns dem Riesenstress eines Umzuges auszusetzen.

Irgendwann wurde mein Arbeitsweg durch den Fahrplanwechsel noch absurder, und die Suche wurde intensiviert. Schliesslich, Ende März, besichtigten wir die einzige Wohnung, auf die wir uns auch wirklich bewarben. Wir hatten Schwein, und erhielten tatsächlich ein Zusage. Dann ging alles ziemlich schnell. Innerhalb eines Monats unterschrieben wir einen neuen Mietvertrag, verschenkten unseren halben Haushalt auf Facebook, packten unseren restlichen Kram, steckten Mikesch in die Transportbox, kehrten Winzighausen den Rücken und zogen nach Merlinskaff (ja, genau so heisst der Ort, ich schwöre bei Merlins Bart!).

Nach dem Verdauen des Eintritts in eine neue Klimazone (von erfrischenden 16 Grad Raumtemperatur hin zu deren schwülen 23) und abgesehen von Mikeschs klarem Missmut haben wir uns schon relativ gut aklimatisiert (im wahrsten Sinne des Wortes. Einfach mal im T-Shirt (!) in der Wohnung rumsitzen, ohne zu frieren, Wahnsinn!). Das Loch fehlt uns auch nicht unbedingt, vor allem, seit wir wissen, dass es sich bis in unser Schlafzimmer vorgearbeitet hatte: Beinahe hätte es einen ziemlich absurden Unfall gegeben, als mein Brüderchen den grossen Kleiderschrank demontierte – und plötzlich der Boden unter seinen Füssen nachgab… der Anblick der Schlafzimmerwand, die angefangen hatte, in fröhlichen Brauntönen vor sich hin zu schimmeln, erleichterte den Abschied von unserem vormaligen Zuhause dann auch wirklich noch mal zusätzlich.

Das beste aber an unserem neuen Zuhause ist nicht die funktionierende Isolation, die dichten Fenster oder die Bodenheizung, sondern der Umstand, dass wir jetzt einen grosszügigen Gartensitzplatz haben, den ich so bepflanzen darf, wie ich möchte. Endlich einen kleinen Garten anlegen! Juhu!

Daher: Bye bye, Winzighausen, willkommen, Merlinskaff.

 

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Das Loch (neben der Dusche) von vorne…

 

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… und von hinten.

 

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Nach wie vor präsent, einfach von einer anderen Seite: Unser AKW.

 

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Mit dem Velo auf dem Weg ins pulsierende, urbane Merlinskaff.

 

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Home, sweet new home.

Mit einem Zaubestab bewaffnet, latent sarkastisch, chronisch verpeilt und nur dezent grössenwahnsinnig.

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