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Ännis magische Bluse: Ein lyrischer Erguss frei nach Homer.

Prologos
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Eines der vielen Geheimnisse, die Änni auragleich umgeben und sie in einen mystischen Nebel hüllen, ist zweifelsfrei die Legende der mysteriösen roten Bluse. 
Woher wäre sie gekommen, wie ward ihr Auftrag geartet, welchjeder Botschaft sie transportierte? 
Dieser Fragen, werte GriechischschülerInnen, darob handle dieser lyrische Erguss.
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„Vor langer Zeit, s‘ liegt auf der Hand,
Fegt‘ ein Sturm grausig gar durch Änniland.
Nicht wortgemäss, mitnichten,
Fürwahr, der Sturm dieswelcher ja, Gedichten,
Er war, eben halt,
Metaphorischer Gestalt.
Obgleich des Genus dieses Sturms,
Ergab sich allerlei Kawumms.
Erschaudernd, wohlgleich übler Traum,
Hudeleite ohn‘ Lob, des Hanslis Birnenbaum.
Heimlich, indes, leise lallend
Ob der Birnen nicht gefallend,
des Ännis Habitus, o weh,
erkrankte ob des Sturmes See.
Der Habitus, der welch‘, erbrach
In der Folg‘ gar ungemach,
Er würgte und reproduzierte,
Selbstbewusst, sich nicht genierte,
Unverdrossen gar und frech,
Der geistigen Nahrung, proletisch’s Pech.
Als des Habitus Grundgefüge,
Erschüttert durch all des Gewürge,
Stetig genesend mit Übermut,
Da geschah es, gar nicht gut!
Erleuchtet ob Halluzinationen,
Durchdrang es Ännis Illusionen:
Mitnichten „Blusen“ bünzlig wär‘!
Oh wie schnittig dieser Idee gebär‘!
Auf der Stell und ohne Ruh,
Jedwelcher Bluse such‘ im Nu,
Des Ännis röchelnder Habitus,
Kurz hustete: „Du dumme Nuss!“
Doch Änni, gar im Rausche,
Der Kotzerei gen Irrsinn tausche ,
Mitnichten solcher Einwände zugelassen,
Mit Stolz verwies auf knappe Tassen
Sich flugs bestellt‘, ganz digital,
Nicht einen popeligen Schal,
Oh weh, nein, es kömmt viel schlimmer,
Einer Bluse gar, mit bourgeoisem Schimmer,
Das Änni, welcher früh’rer Bissigkeit,
Sich hat ergossen ganz gescheit,
Über der Blusenträger dieser Welt,
Doch Einsicht? Scham? Weit gefehlt!
Des Ännis haarsträubender Logik,
Begründet in mystischer Klingonik,
Der Bluse, fürwahr, leicht übertrieben,
Magie und dunkle Macht noch zugeschrieben.
So wurd‘ , ganz mirakulös,
Änni geblust, mit viel Getös‘.
Und, erschütternd, aber wahr,
Sie trägt mit Stolz, wohl immerdar.“
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Epilogos
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Des Ännis Lyrik, oh ihr Armen,
Gewiss verderbt gleich mehr’re Karmen,
Und des geplagten Homers, fürwahr,
Im Grab‘ rotieret, das ist klar.
Doch sollt ihr wissen, euch zur Ruh,
Lyrik, sehr famos, der Welt nix tu,
Nebst stilistischem Ghüderkübel,
Doch dies, oh Welt, ein kleines Übel.
Mit einem Zaubestab bewaffnet, latent sarkastisch, chronisch verpeilt und nur dezent grössenwahnsinnig.

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2 Kommentare

  • Antworten
    Frollein Leni
    2. Mai 2012 bei 14:41

    Hallo Änni,

    wunderbar! Besonders gefällt mir „So wurd’ , ganz mirakulös,

    Änni geblust, mit viel Getös’.“ Ich habe lange nicht mehr so viele schöne Worte auf einem Fleck gelesen 🙂

    Liebe Grüße,
    Leni

    • Antworten
      aenni
      2. Mai 2012 bei 19:26

      Hoi Frollein Leni,
      🙂 das nenn ich mal Positivismus! Gequirlter Hühnermist im angeknacksten Versmass – Homer würde sich wohl gleich mehrfach übergeben, besässe er noch die irdische Hülle dazu… jedenfalls, ich mag lustige Worte halt. Und der Griechischunterricht vor hundert Jahren hat tiefe, tiefe Spuren hinterlassen 😉
      Liebe Grüsse,
      Änni

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