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Änni kocht Löwenzahnhonig.

Fertig

Wer weiss, wie Änni Ingwersirup kocht, bei dem lärmen sämtliche Frühwarnsysteme. Doch seid entwarnt: Im letzten Jahr habe ich meine Koch- und Backfertigkeiten optimiert.

Was bedeutet: Das meiste wird geniessbar, und die Schadensfälle bewegen sich nur noch in zweistelligen Frankenbeträgen sind deutlich günstiger geworden. Als bei irgendeinem Familien-Event (ich habe den Überblick über all die Festivitäten der Familie Ä endgültig verloren. Mir hilft die grobe Regel: Jeden zweiten Sonntag feiern wir irgendwas, und dazwischen treffen wir uns viermal unter irgendwelchen Vorwänden) die Idee verlautet wurde, Löwenzahn aka „Söiblueme“ zu sammeln, um daraus den „Söibluemehung“ aka Löwenzahnhonig herzustellen, trat auf der Stelle mein kindliches Reaktionsmuster zutage: „Ich will auch!!“

Wem das Vergnügen, aus den groben gelben Frühlingsblumen einen exquisiten Brotaufstrich zu gewinnen, bisher untersagt blieb, dem sei ausgeführt: Löwenzahn zu sammeln ist kurzweilig, versaut die schicken Lederschuhe naturnah und von schnellem Erfolg gekrönt: Im Nu ist ein voluminöses Becken gefüllt. Alles voll easy, gab ich selbstzufrieden zu Protokoll. Ha! Die Hybris holte mich unweigerlich ein – sie halbierte zwar nicht meinen Leib wie Zeus den der Kugelmenschen, sie halbierte leider jedoch auch nicht die Anzahl der zu zupfenden Löwenzahnblüten. Analog zu meinem Ingwer-Desaster revidiere ich das damals formulierte Axiom

Ingwer schälen” ist das Unding des Jahres. [Wer mir das nicht glaubt, der schäle ein halbes Kilo Ingwer. Vorher müssen wir DARÜBER gar nicht erst reden!].

folgendermassen:

„Ingwer schälen ist das Unding des Jahres 2012. Löwenzahn zupfen hingegen das Unding der nächsten zehn Jahre!!“

Stunden später wurde dann die hart verdiente Ernte mit einer gewissen Nonchalance, Anmut und Beschwingtheit sorgsam eingekocht. Das sah dann etwa so aus:

Der harten Arbeit kärgliche Frucht...

Der harten Arbeit kärgliche Frucht…

 

Filtrieren wie zu Gotthelfs Zeiten.

Filtrieren wie zu Gotthelfs Zeiten.

Abfüllen ohne auch nur ansatzweise zu kleckern!

Abfüllen ohne auch nur ansatzweise zu kleckern!

Fertig!

Fertiger Löwenzahnhonig!

Für Nachahmewillige mit Zupf-Nerven aus Stahl:

 

 

Löwenzahn-Honig

Reicht für: 7 kleine Gläser

Zutaten

  • 100g gezupfte Löwenzahnblüten
  • 1 Liter kaltes Wasser
  • 25g Pektin (natürliches Geliermittel)
  • Saft einer Zitrone
  • 500g Zucker

Anleitung

1

Die Blüten mit dem kalten Wasser in einen Topf geben und aufkochen.

2

Wenn es ordentlich kocht, mit einem sauberen Baumwoll-Tuch filtrieren.

3

Die Blätter wegschmeissen, die Flüssigkeit erneut zum Kochen bringen und dabei das Pektin unterrühren.

4

Den Zitronensaft und den Zucker zugeben und solange kochen, bis eine Gelee-artige Konsistenz erreicht wird.

5

In (im heissen Wasserbad) vorgeheizte Gläser mit vorgeheizten Schraub-Deckeln abfüllen, gut verschliessen.

6

Abkühlen lassen und geniessen!

7

Mit einem Zaubestab bewaffnet, latent sarkastisch, chronisch verpeilt und nur dezent grössenwahnsinnig.

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