Lebenslage

Änni geht Yoyo-Shoppen.

Sommer, Hitze und Sonnenschein sind da, die überflüssigen Kilos leider auch immer noch. Was fehlt, ist temperaturgerechte Kleidung in Grösse 40. Liebe Leserinnen und Leser: Lernt aus meinen Fehlern! Schon rein aus finanziellen Gründen lohnt es sich nachhaltig, sich nach dem Erreichen der endgültigen Körpergrösse längerfristig für eine Kleidergrösse zu entscheiden. Am besten für eine, die tatsächlich existiert. Die 39 zum Beispiel, meine aktuelle Grösse, ist, wie die Erfahrung zeigt, in den mitteleuropäischen Breitegraden nämlich nicht gerade verbreitet. Skandal, ich weiss! [Hier bitte selber eine beliebiges Pamphlet über die menschenverachtenden und frauenfeindlichen Kleidergrössenpolitik der Bekleidungsindustrie einfügen].

Jedenfalls: Damit ich nicht weiterhin in grenzwertigen Unterhemden und Röcken arbeiten gehen muss, weil ich kein einziges Paar Shorts oder hochsommerliches Oberteil in meinem tatsächlichen Umfang (ich runde jetzt aus praktischen Gründen doch auf Kleidergrösse 40) besitze, bin ich shoppen gegangen. Yoyo-Shoppen, sozusagen. Weil mich mein unbeständiger Körperumfang über die Jahre weg ein (Kleider-) Vermögen gekostet hat, bin ich dazu übergegangen, Yoyo-Kleider trotz meiner Schwäche für Esprit-Qualität wieder beim Kleidergeschäft meiner Jugend zu kaufen: Richtig, H&M, Garant für spottbillige Klamotten zweifelhafter Qualität und ethisch nicht vertretbarer Produktionsbedingungen. Wie auch immer, in den knapp zwei Stunden zermürbender Anproben ergaben sich folgende Erkenntnisse:

  1. Entweder, ich wurde mit dem Alter prüde, oder aber die Länge der Shorts ist in den letzten 15 Jahren jedes Jahr um gut 1cm geschrumpft.
  2. Es hat seine guten Gründe, warum ich Kleider eigentlich viel lieber im Internet bestelle.
  3. Die in der Umkleidekabine belauschten Gespräche bieten deutlich mehr Trash-Potential als jedes RTL-Format.
  4. Dass ich vor einem Jahr in diese Mini-Höschen Grösse 34 gepasst habe, ist gleichsam unglaublich wie auch gruselig.
  5. BHs ohne Ultra-Push-Push-Up-Kissen sucht man im H&M vergebens.
  6. Mit dem in der Verzweiflung erstandenen Push-Push-Up-BH hoffe ich, meinen Vorbau künftig als mobiles Tischchen für Bierflaschen oder Essen zu nutzen. Für mehr Komfort beim Picknicken!
  7. Die duzenden Verkäuferinnen wechseln ab einem bestimmten Einkaufsbetrag automatisch zum Sie.
  8. Ich werde nie, nie mehr nach einem massiven Gewichtsverlust grosszügig Kleidersammlungssäcke füllen. Never again!

 

Mit einem Zaubestab bewaffnet, latent sarkastisch, chronisch verpeilt und nur dezent grössenwahnsinnig.

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