Hobbies

Liebes Tagebuch XXXIII.

Wie du sicher gemerkt hast, liebes Tagebuch, ist der letzte Beitrag ein Weilchen her. Es war ja auch allerlei los in den letzten zwei Wochen! Nicht nur, dass die Schule wieder losging, auch andere Lebensbereiche nehmen wieder mehr Raum ein, zum Beispiel: Die Rhabarbersaison ist da!! Und dann waren da noch ein paar unfeine körperliche Gebrechen, auf deren Details ich jetzt aus Rücksicht auf dein zartes Gemüt nicht näher eingehe, nur soviel: Du kannst sagen, was du willst, liebes Tagebuch, die Konstruktion des weiblichen Körpers lässt  auf eine durch und durch männliche Schöpfungsinstanz schliessen. Kurz bevor ich dann tatsächlich meinen Unterleib auf ricardo.ch zu verticken versuchte, schickte mich eine liebe Freundin in eine Apotheke. So führe ich mir derzeit mehrmals täglich allerlei Pülverchen, Salben und Zäpfchen zu Gemüte und schicke nicht jugendfreie Verwünschungen Richtung Schöpfungsinstanz. Und sonst so? In den letzten Tagen habe ich:

  • meine dubiose Abnehm-App fleissig mit Daten gefüttert
  • Tatsächlich ein weiteres Kilo verloren
  • meinen Eltern einen Social-Distancing-Besuch abgestattet und mir sage und schreibe 6kg (!!!) Rhabarber aufschwatzen lassen
  • 6kg Rhabarber verarbeitet – unter anderem zu Konfi
  • mich beim Konfikochen ein ganz kleines bisschen verrechnet und dadurch unabsichtlich kalorienreduzierte Konfi hergestellt
  • Mehrere wunderbare Joggingrunden mit meiner Freundin zurückgelegt
  • meinen Garten geplündert
  • die winzige Blumenwiese hinter dem Tomatenhäuschen bestaunt – dem kalifornischen Mohn scheint es hier ausgezeichnet zu gefallen
  • einen gesunden Couscous-Salat zubereitet
  • In der neusten Ausgabe meiner Gartenzeitschrift geschmökert und dabei ein nicht ganz so kalorienreduziertes Japonais-Törtchen verdrückt
  • meine Lieblingsrose bewundert, die gerade so richtig loslegt
  • den Rasen gemäht
  • mit meinem Freund die Abmessungen eines grossen Gartenschranks auf dem hinteren Gartensitzplatz mal probehalber markiert
  • unsere Vermieterin angeschrieben und nach ihrer Erlaubnis für den Gartenschrank gefragt
  • realisiert, dass die Vermieterin daraufhin vermutlich früher oder später aufkreuzen wird und sich die Sache vor Ort anschauen will – daraufhin panisch den chaotischen und dreckigen Gartensitzplatz (ihr erinnert euch: Der Darm unserer Wohnung) aufgeräumt
  • die wuchernde Salbei zuückgeschnitten
  • grosse Teile eines Rosenstrauchs zurückgeschnitten – der wuchert ohne Ende und nimmt zahlreichen Pflanzen das Licht weg
  • im Garten beim Jäten einen riesigen Nagel ausgebuddelt
  • ein Blumenkohl-Korma gekocht
  • Meinen Freund gefragt, wie ihm das Blumenkohl-Korma schmeckt – seine Antwort: „Also, Blumenkohl ist ja gesund…“ – pha!!!
  • Über diverse absurde Erlebnisse rund um Schutzmassnahmen am Arbeitsort gelacht
  • Realisiert, dass meine Fähigkeit, komplett sinnfreie Dinge umsetzen zu können, gerade echt hilfreich ist
  • mit mehreren Schüler*innen via Videochat kommuniziert
  • mich riesig gefreut, mit „meinen“ Kids endlich wieder arbeiten zu können
  • nach über 2 Monaten meinen Arbeitsweg das erste Mal wieder mit dem ÖV zurückgelegt
  • mir drei Stoffmasken bestellt – ganz ehrlich, zu Stosszeiten ist es in Bahnhofunterführungen unmöglich, den Abstand von 2 Metern einzuhalten
  • weitere Bilder für die Verschenk-Aktion fotografiert – jetzt muss ich nur noch die Blog-Seite basteln und mir was überlegen zum Thema Versandkosten
  • seit Monaten endlich wieder Lust bekommen, zu malen
  • Die Tatsache, dass unsere 3-Zimmerwohnung für die grossformatige Arbeit mit Acryl einfach nicht geeignet ist, sehr bedauert
  • schliesslich halt kleinformatig mit den Alcoholinks gearbeitet
  • festgestellt, dass mir meine Instagram-Community gefehlt hat – hier ein kleiner Exkurs: Wie ihr (vermutlich) wisst, bin ich am Arsch der Welt oder zumindest am Arsch des Emmentals aufgewachsen. Ich bin ein komplettes Landei, dass ich paar Jahre in der Stadt gewohnt habe, hat nicht viel daran geändert. Als ich vor paar Jahren Instagram für mich entdeckt habe, war ich komplett überwältigt von den Möglichkeiten, die diese Plattform bietet – und damit meine ich definitiv NICHT die drölfzigtausend Selfie-Accounts von irgendwelchen C-Promis. Nein: Auf Instagram habe ich völlig gratis (naja, oder im Austausch zu meinen persönlichen Daten, wie immer man das auch sehen will) Zugang zu den Werken von Künstler*innen rund um den Globus, aus allen erdenklichen Kunstrichtungen. Wie geil ist das denn!! Es ist mir dabei auch komplett Wurst, ob das nun Profis sind, die von ihrer Kunst leben können, oder ob das Leute wie ich sind, die einfach Freude am Malen und Gestalten haben. Viele von den Künstler*innen teilen zudem nicht nur ihre Werke, sondern auch das Making-of, viele sogar mit Videos. Ich hab so unendlich viele Techniken kennen gelernt, von denen ich vorher nichts wusste – ich hab Materialien kennen gelernt, die ich sonst nie entdeckt hätte. Für mein Bankkonto war die Entdeckung von Instagram übrigens eine traurige Angelegenheit – nicht nur ist das Material sauteuer, nein, ich hab auch Dinge aus den USA oder aus der EU bestellt, die es in der Schweiz gar nicht gibt – hallöchen, Porto- und Zollgebühren! Aber wie dem auch sei: Man kann über soziale Medien lachen, man kann sich über den Kommerz und die Selbstinszenierungen beklagen, mir alles egal, ich find die Tatsache, dass ich mich mit Künstler*innen austauschen kann, die aus einem Sprachraum stammen, von dem ich nicht mal das Alphabet lesen kann, einfach nur grossartig. Wenn ich mich durch die Posts scrolle, werde ich manchmal richtig high von all den Inspirationen – für mich hat sich da eine neue Welt aufgetan, die ich nicht mehr missen möchte.
  • die ersten Walderdbeeren, die in meinem Garten wuchern, geerntet
  • mich von meinen Eltern mit der Aussicht auf Holunderblüten, zwei Tomatenpflänzchen und einer weiteren Ladung Rhabarber erneut ins Emmental locken lassen
  • mit ihnen einen Social-Distancing-Spaziergang durch die grünen Hügeln gemacht
  • In meinem Garten die erste blühende Pfingstrose bewundert
  • Zum ersten Mal seit zwei Wochen wieder den Garten gewässert – die Eisheiligen scheinen vorbei!

Bis bald!

Dein Änni

 

 

Unsere „Miniwiese“ von der Strasse her.
Fühlt sich offenbar pudelwohl hier: Kalifornischer Mohn.
“6 Kilo?! Ist das dein Ernst?!“
Der „Bio-Rasen“ ist und bleibt ein Sorgenkind.
Hier soll der Gartenschrank (bzw. Ein kleines Gartenhäuschen) hin.
Salbeiblätter, grösser als meine Hand.
Was damit wohl mal genagelt wurde?…
Für unsere Verhältnisse „aufgeräumt“.
Blumenkohl-Korma. Nun ja. Mein Freund hat ja keine Ahnung, es schmeckte wirklich toll!
Eigene (Mini-) Erdbeeren.
Neues Werk: Ein Auftrag meiner Mama.
Parat zum Verschenken.
Auf der Jogging-Brücke.
Im Emmental ist die Welt noch in Ordnung. Oder so.
Hübsch ist es hier ja schon.
Im Wald.
Die erste Pfingstrose blüht!
Wächst hier überall: Jungfer im Grün.
Lieblingsrose.
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